„Von Gott will ich nicht lassen“ – ein musikalischer Höhepunkt im Jubiläumsjahr

Bild vergrößern Ein eindrucksvoller Konzertabend erfüllte am vergangenen Samstag, dem 26. September, unsere Abteikirche mit den Klängen der Spätrenaissance. Die Gruppe „Salvatoris Consort“ war anlässlich des 400-jährigen Jubiläums unserer Abtei bei uns zu Gast und schenkte uns ein außergewöhnliches musikalisches Erlebnis. Das Konzert unter dem Titel „Von Gott will ich nicht lassen“ war ein Geschenk des Kulturamtes der Stadt Fulda an unsere Abtei und wurde zu einem weiteren Höhepunkt unseres Jubiläumsjahres.
Viele Menschen waren der Einladung gefolgt. Sie erlebten ein Ensemble, das mit großer Professionalität, musikalischer Präzision und hörbarer Freude musizierte. Die besondere Klangwelt der Renaissanceinstrumente – Blockflöten und Gemshörner, Violen da gamba, Zink und Posaunen – entfaltete in der Abteikirche eine faszinierende Wirkung. Mehrchörige Canzonen ließen den Kirchenraum in festlicher Klangpracht aufleuchten, während fein verwobene Consortmusik und virtuose Variationen immer neue Klangfarben entstehen ließen.
Im Mittelpunkt des Programms standen verschiedene Vertonungen und Bearbeitungen des Chorals „Von Gott will ich nicht lassen“. Werke aus der großen Musiktradition der Spätrenaissance, unter anderem von Giovanni Gabrieli und Michael Praetorius, ließen die musikalische Welt des 16. und 17. Jahrhunderts lebendig werden.
Dabei erwies sich gerade unsere Abteikirche als ein wunderbarer Ort für diese Musik. Die Klänge konnten sich im Raum entfalten, antworteten einander aus verschiedenen Richtungen und verbanden sich zu einem großen getragenen Klang. Musik und Kirchenraum schienen auf besondere Weise miteinander zu sprechen.

„Von Gott will ich nicht lassen“
Was hätte für ein Konzert in einer benediktinischen Abteikirche passender sein können als dieses Motto?
„Von Gott will ich nicht lassen“ beschreibt in wenigen Worten etwas von dem, was benediktinisches Leben seit Jahrhunderten trägt: die beharrliche Suche nach Gott, die Ausrichtung des ganzen Lebens auf ihn und das tägliche neue Einüben seiner Gegenwart.
Im Rhythmus von „ora et labora et lege“ – Gebet, Arbeit und geistlicher Lesung – versuchen wir Benediktinerinnen, Tag für Tag nach Gott zu suchen. Und zugleich dürfen wir darauf vertrauen, dass diese Suche immer schon von einer anderen Wirklichkeit getragen ist: Gott selbst ist es, der uns sucht und längst gefunden hat.
So wurde das Konzert nicht nur zu einem besonderen musikalischen Ereignis, sondern auch zu einem geistlichen Moment unseres Jubiläums. Die Worte des Chorals erhielten in der Musik einen neuen Raum und konnten vielleicht auch bei den Zuhörerinnen und Zuhörern etwas zum Klingen bringen: Vertrauen, Treue und die Gewissheit, dass Gott auch dann bleibt, wenn sich vieles im Leben verändert.
Nach dem letzten Ton blieb die besondere Atmosphäre noch spürbar. Der herzliche und lang anhaltende Beifall zeigte, wie sehr die Musik die Menschen berührt hatte.
Unser besonderer Dank gilt dem Kulturamt der Stadt Fulda, das unserer Abtei dieses Konzert zum 400-jährigen Jubiläum geschenkt hat. Ebenso danken wir dem Salvatoris Consort – insbesondere Herrn Domkapellmeister Franz-Peter Huber und seiner Frau Julia – für seine hochprofessionelle und zugleich so lebendige musikalische Gestaltung.
Es war ein Abend, der noch lange nachklingen wird – nicht nur musikalisch, sondern auch in dem Gedanken, den uns der Titel des Konzertes zuspricht:

“Von Gott will ich nicht lassen.
Denn er lässt nicht von uns.”



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Nach altem klösterlichen Brauch hören wir während der Mahlzeiten einer Tischleserin zu, die aus einem aktuellen Buch vorliest – zur Zeit:

Henn, Carsten: Die Butterbrotbriefe (mittags)

Knapp, Andreas: Die letzten Christen. Flucht und Vertreibung aus dem Nahen Osten (abends)

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